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Spatenstich |
Der Einladung der Sparkasse Celle und des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik zum Spatenstich am 19. Mai 2000 waren über 150 Gäste gefolgt. Neben 18 Pressevertretern hatten Projektpartner und -interessierte, Kaufinteressenten, Nachbarn und Bürger den Weg nach Celle gefunden, um sich vor Ort über das geplante Vorhaben zu informieren.
Herr Holger Langhans, Sparkasse Celle, moderierte die dem Spatenstich vorausgehende Pressekonferenz.
(Bild von links nach rechts: Aldo Blindenhöfer, Ulrich Werwath, Axel Lohöfener, Herbert Renner und Hans
Erhorn). Im Hintergrund sind die 6 verschiedenen Hauskonzepte sowie eine Tafel mit den Logos aller am
Projekt beteiligten Partner zu sehen.
Celle sei stolz, führte Herr Blindenhöfer aus, daß dieses Demonstrationsvorhaben in Celle angelagert wurde . Die
Öffentlichkeit mißt diesem Projekt mindestens den Stellenwert der in Celle beherbergten externen EXPO-Projekte bei. In
dem bundesweiten Demonstrationsvorhaben 3-Liter-Häuser Celle geht es darum zu zeigen, daß solche zukunftsweisenden
Gebäudekonzepte mit vielen unterschiedlichen Hausformen, sowie Bau- und Anlagentechnikausführungen realisiert werden
können. Die Stadt Celle hat dafür der Sparkasse Celle ein hochwertiges Baugebiet zu günstigen Konditionen zur Verfügung
gestellt.
Der Baustadtrat der Stadt Celle, Herr Ulrich Werwath erläuterte den
Anwesenden, wie aufwändig der Beginn eines solchen Vorhabens für
alle Beteiligten sei. Er hob im besonderen das Engagement der Celler Beteiligten
hervor, die die Bemühungen des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik zur
Realisierung dieses Projektes mit viel persönlichem Einsatz begleitet
hätten. Persönlich wurden Herrn Drees von der Firma Haacke Haus und Herrn
Tronnier von der Stadtverwaltung gedankt. Herr Werwarth führte ferner
aus, daß ihm das Vorhaben im Laufe der Realisierung sehr ans Herz gewachsen
sei. Er würde stets helfend bereit stehen, wenn es darum ginge, die letzten
bremsenden "Sandkörner" aus dem Getriebe zu nehmen.
Die Sparkasse Celle habe mit ihrer Tochtergesellschaft IDB die Koordinierung der Erschließung und die Vermarktung des
Baugebietes am Triftweg übernommen, führte der Sparkassendirektor Axel Lohöfener aus. Das öffentliche Interesse
bestehe darin, neben dem konventionellen Bauen dem energiesparenden Bauen Raum zu geben. Die Bürger sollen die
Möglichkeit erhalten, an diesem Projekt teilhaben zu können. Die Sparkasse sei stolz darauf, daß die Stadt Celle ihr die
Aufgabe der Erschließung übertragen habe.
Bauträger für die elf verschiedenen Entwürfe ist die Bauentwicklungsgesellschaft W+H aus Munster. Herr Wolfgang
Renner, Mitglied der Geschäftsleitung, betonte, daß er nicht bereue, kurzfristig die Umsetzung der entwickelten Konzepte
mit seinem Unternehmen sicherzustellen. Für jedes einzelne Gebäudekonzept habe sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die aus
nicht konkurrierenden Firmen der über 40 am Projekt beteiligten Industriepartnern, Architekten, Fachingenieuren und
Bauphysikern des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik bestehe. Die einzelnen Gruppen entwickeln getrennt und in
Konkurrenz zueinander unterschiedliche Konzepte. Das IBP ist wissenschaftlicher Gesamtkoordinatior und hat in der ersten
Projektphase die einzelnen Arbeitsgruppen bei der energetischen Optimierung beraten und durch Simulationen die günstigste
Gebäudekonzeption ermittelt. Später wird das IBP umfassende Meßsysteme installieren, um anschließend die gesamte
Energiebilanz der Häuser im bewohnten Zustand über drei Heizperioden auszuwerten. Nur so können die Einflüsse der
verschiedenen Maßnahmen auf die tatsächliche Energiebilanz ermittelt werden. In einer abschließenden Auswertung wird
dokumentiert, mit welchen Techniken es möglich ist, Wohngebäude zu errichten, die weniger als ein Drittel der Heizenergie
von konventionellen Neubauten verbrauchen. Herr Renner sieht der Entwicklung optimistisch entgegen und würde sich
freuen, wenn auch die weiteren Grundstücke in dem Baugebiet als 3-Liter-Häuser realisiert werden könnten.
Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP), das maßgeblich die Entwicklung
und wirtschaftlichen Umsetzung von Niedrigenergiehauskonzepten in Deutschland
vorangetrieben hat, will mit diesem Projekt eine neue Stufe des energieeffizienten
Bauens einläuten, die den Energiebedarf noch einmal halbiert: Ultra-Niedrigenergiehäuser
oder 3-Liter-Häuser, wie sie in Anlehnung an 3-Liter-Autos genannt werden.
"Solche Gebäude verbrauchen im Jahr weniger als 30 kWh/m². Das entspricht
etwa 3 Liter Heizöl pro Quadratmeter", erklärt der wissenschaftliche Projektleiter
Hans Erhorn vom IBP. Das IBP hat in Pilotprojekten in Rottweil, Durbach
und Berlin nachgewiesen, daß Ultra-Niedrigenergiehäuser und sogar Null-Heizenergiehäuser
technisch machbar sind. Sie schaffen sogar eine bessere Wohnqualität,
weil sie das ganze Jahr über gleichmäßigere Temperaturen haben und sich
daher auch im Sommer nicht aufheizen. Erhorn erklärte den aktuellen Projektstand.
Die geplanten elf Häuser setzen sich aus 4 Doppelhäusern und 3 Einfamilienhäusern
zusammen. Die entwickelten Hauskonzepte lassen sich in 6 Hausgruppen wie
folgt zusammenfassen:
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