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Presseerklärung
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Am 19. Mai 2000 findet in Celle der Spatenstich zum Demonstrationsvorhaben 3-Liter-Haus Celle statt. Auf dem Baugrundstück Triftweg, das die Stadt Celle zu vorteilhaften Bedingungen der Sparkasse Celle überläßt, beginnt damit der Bau von 11 verschiedenen Gebäuden, die alle maximal 3 Liter Heizöl pro m² und Jahr zum Heizen benötigen; Neubauten nach heutigem Stand brauchen 3 mal mehr. Grundfrage hierbei ist, ob durch bestimmte Anlagen bzw. Bauausführungen "vorfixiert" werden. Oder läßt sich ein Ultra-Niedrigenergiehaus bzw. 3-Liter-Haus in verschiedenen Varianten realisieren? Darüber soll das Demonstrationsvorhaben in Celle, das unter der wissenschaftlichen Leitung des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP) steht, Aufschluß geben. Über 40 Industriepartner sind in dieses Projekt involviert, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert wird. Die Bauentwicklungsgesellschaft W+H aus Munster fungiert als Bauträger. Für jedes einzelne Gebäudekonzept wird eine Arbeitsgruppe aus Industriepartnern, Architekten, Fachingenieuren und den Bauphysikern des IBP gebildet. Die einzelnen Gruppen entwickeln getrennt und in Konkurrenz zueinander unterschiedliche Konzepte. Das IBP ist wissenschaftlicher Gesamtkoordinator und hat in der ersten Projektphase die einzelnen Arbeitsgruppen bei der energetischen Optimierung beraten. Später wird das IBP umfassende Meßsysteme installieren, um die gesamte Energiebilanz der Häuser im bewohnten Zustand über drei Heizperioden zu messen. Nur so können die Einflüsse der verschiedenen Maßnahmen auf die tatsächliche Energiebilanz ermittelt werden. In einer abschließenden Auswertung wird dokumentiert, mit welchen Techniken es möglich ist, Wohngebäude zu errichten, die weniger als ein Drittel der Heizenergie von konventionellen Neubauten verbrauchen. Die 11 Häuser setzen sich aus 4 Doppelhäusern und 3 Einfamilienhäusern zusammen. Die entwickelten Hauskonzepte lassen sich in 6 Hausgruppen zusammenfassen, für die folgende Produktnamen vergeben wurden:
Ziegel-Aktiv-Haus:Ein kompaktes Doppelhaus in monolithischer, energieoptimierter Ziegelbauweise; hocheffiziente Fenstersysteme; wärmebrückenfreie Aufsparrendämmung; solar unterstützte Brennwerttechnik mit Wandheizsystemen und unterschiedlicher Lüftungstechnik. Die Baukonstruktionen sollen im Detail so entwickelt werden, daß wärmebrückenfreie und luftdichte Bauteilanschlüsse sichergestellt sind.
low-E-Haus:Ein wohnflächenoptimiertes Doppelhaus mit einem Gesamtkonzept für eine emissionsminimierte Heiztechnik, effiziente Lüftungstechnik und unterstützende Solartechnik; neu entwickelte, hocheffiziente Fenstersysteme; optimierte transparente und opake Wärmedämmverbundsysteme. Eine Haushälfte soll einen wärmepuffernden Wintergarten erhalten, die andere eine "solaroptimierte" Fassade.
Wohntrapez-Haus:Ein orientierungsoptimiertes Doppelhaus, das so konzipiert wurde, daß alle Wohn- und Aufenthaltsräume im Süden liegen und die untergeordneten Räume im Norden. Durch die trapezförmige Grundrißform und das nach Norden geneigte Pultdach wird erreicht, daß die Nordfassade 38 % weniger Ansichtsfläche erhält als die Südfassade. Speziell entwickelte Lichtkeile sorgen im Fensterbereich dafür, daß eine optimierte Tageslichtnutzung möglich wird, unerstützt durch hocheffiziente Fenstersysteme.
Solar-Haus:Ein kompaktes Doppelhaus, in dem aufeinander abgestimmte passive, hybride und aktive Solarsysteme in Verbindung mit energieoptimierter Ziegelbauweise den Energiebedarf vorrangig decken sollen. Wärmebrückenfreie und luftdichte Bauteilanschlüsse sowie energieeffiziente Anlagentechnik ergänzen das Hauskonzept.
StadtVilla:Zwei verschiedene Einfamilienhaustypen, die von der Gestaltung her bei möglichst unterschiedlichen Bebauungsplänen einsetzbar sind, wurden in Holzständerbauweise entwickelt. Die Gebäude besitzen ein symmetrisches Grundrißkonzept, sind konsequent südorientiert und weisen Transparenz und "Luftigkeit" - und dadurch Großzügigkeit - auch in der vertikalen Richtung - für ein offenes Wohnen auf. Energieoptimierte Bauteile und Anlagentechniken sind im Gesamtkonzept integriert.
Passiv-Haus:Ein kompaktes Einfamilienhaus mit gewölbtem Pultdach und südorientierten Fensterelementen sorgt für eine optimierte passive Sonnenenergienutzung im Haus. Erfahrene Planer und kompetente Hersteller haben ein innovatives Hauskonzept entwickelt, das sich durch hocheffiziente Fenstersysteme, hochwärmedämmende Bauteile und integrierte Haustechnik auszeichnet.
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