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Presseerklärung
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Zehn 3-Liter-Häuser in CelleDurch energieeffizientes Bauen gelang es in den letzten Jahren, den Energieverbrauch bei Neubauten um bis zu 80 Prozent zu reduzieren. Von solchen Fortschritten können Automobilhersteller nur träumen. Während 3-Liter-Autos, wenn überhaupt, nur als Sondermodelle angeboten werden, sind 3-Liter-Häuser heute ohne bedeutende Mehrkosten und ohne Komforteinbußen für jedermann realisierbar. Ein Demonstrationsvorhaben in Celle soll nun an zehn unterschiedlichen Gebäudekonzepten beweisen, auf welch vielfältige Weise dieses Ziel erreichbar ist.Mit den seit 1979 erlassenen drei Wärmeschutzverordnungen gelang es, den Energiebedarf von Neubauten drastisch zu senken. Seit 1995 ist der Heizwärmebedarf auf 54 kWh/m²a bis 100 kWh/m²a beschränkt. Eine weitere Reduzierung um 25 Prozent steht bevor. Damit wird das Niedrigenergiehaus zum Standard. Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP, das maßgeblich an der Entwicklung und wirtschaftlichen Umsetzung von Niedrigenergiehauskonzepten beteiligt war, hat bereits eine neue Stufe des energieeffizienten Bauens eingeläutet, die den Energiebedarf noch einmal halbiert: Ultra-Niedrigenergiehäuser oder 3-Liter-Häuser, wie sie in Anlehnung an 3-Liter-Autos genannt werden. "Solche Gebäude verbrauchen im Jahr weniger als 30 kWh/m²a. Das entspricht etwa 3 Liter Heizöl pro Quadratmeter", erklärt Hans Erhorn vom Stuttgarter Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP. Das IBP hat in Pilotprojekten in Rottweil, Durbach und Berlin nachgewiesen, dass Ultra-Niedrigenergiehäuser und sogar Null-Heizenergiehäuser technisch machbar sind. Sie schaffen sogar eine bessere Wohnqualität, weil sie das ganze Jahr über gleichmäßigere Temperaturen haben und sich daher auch im Sommer nicht aufheizen. In dem Demonstrationsvorhaben 3-Liter-Häuser Celle geht es darum, zu zeigen, dass solche Gebäudekonzepte mit vielen unterschiedlichen Bau- und Anlagentechnikausführungen realisiert werden können. Die Stadt Celle hat dafür der Sparkasse Celle ein Baugebiet zu günstigen Konditionen zur Verfügung gestellt. Bauträger für die zehn verschiedenen Entwürfe ist die Bauentwicklungsgesellschaft W+H. Das IBP übernimmt die wissenschaftliche Gesamtkoordination, berät bei der energetischen Optimierung und ermittelt durch Simulationen die günstigste Gebäudekonzeption. Außerdem installiert das IBP umfassende Meßsysteme, um anschließend die gesamte Energiebilanz der Häuser im bewohnten Zustand über drei Heizperioden auszuwerten. Nur so können die Einflüsse der verschiedenen Maßnahmen auf die tatsächliche Energiebilanz ermittelt werden. In einer abschließenden Auswertung wird dokumentiert, mit welchen Techniken es möglich ist, Wohngebäude zu errichten, die weniger als die Hälfte der Heizenergie von konventionelle Neubauten verbrauchen. Für jedes einzelne Gebäudekonzept bildet sich eine Arbeitsgruppe aus Industriepartnern, Architekten, Fachingenieuren und Bauphysikern des Fraunhofer-Instituts. Die einzelnen Gruppen entwickeln getrennt und in Konkurrenz zueinander unterschiedliche Konzepte. Ziel ist, einen möglichst geringen Heizenergieverbrauch für das jeweilige Gebäude zu erreichen. Ein Passivhaus, dessen Konzept auf erhöhter Solarnutzung und drastischer Reduzierung der Lüftungswärmeverluste basiert, soll in die vergleichende Bewertung der 3-Liter-Häuser einbezogen werden. Der Bauträger wird darauf achten, dass die geplanten Gebäude in das städtebauliche Konzept der Stadt passen und vermarktet werden können. Der Bau der 3-Liter-Häuser soll Mitte 2000 beginnen und bis zum Herbst 2001 abgeschlossen sein. Mit dem Demonstrationsprojekt 3-Liter-Häuser will das IBP und die Stadt Celle einen neuen Standard für energieeffizientes Bauen kreieren.
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